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Speicheldrüsenkrebs – erkennen und handeln

Speichelsteine

Speicheldrüsenkrebs ist eine seltene und komplexe Erkrankung, die vielfältige Symptome hervorrufen kann. Weil er so selten vorkommt wird er oft erst in späteren Stadien diagnostiziert, was die Behandlung erschweren kann. Die medizinische Betreuung von Patienten mit dieser Krankheit erfordert spezialisierte Kenntnisse und eine sorgfältige Vorgehensweise, um bestmögliche Behandlungsergebnisse zu erzielen. Ein umfassendes Verständnis dieser Krebsart ist entscheidend, um den Betroffenen angemessene Hilfe, Unterstützung und Hoffnung zu bieten.

Was genau ist Speicheldrüsenkrebs?

Speicheldrüsenkrebs ist eine seltene Art von Krebs, die in den Speicheldrüsen auftritt. Diese Drüsen sind für die Produktion von Speichel verantwortlich, der für die Verdauung und die Mundgesundheit wichtig ist. Es gibt drei Hauptpaare großer Speicheldrüsen: die Ohrspeicheldrüsen (Parotisdrüsen), die Unterkieferspeicheldrüsen (Submandibulardrüsen) und die Unterzungenspeicheldrüsen (Sublingualdrüsen). Speicheldrüsenkrebs kann auch in den vielen kleinen Speicheldrüsen im Mund und Rachen auftreten. Dieser Krebs kann verschiedene Formen annehmen, abhängig von der Art der Zellen, die betroffen sind.

Anzeichen und Diagnose

Zu den ersten Anzeichen von Speicheldrüsenkrebs gehören oft Schwellungen oder Knoten im Bereich der betroffenen Drüse. Diese können schmerzlos oder schmerzhaft sein. Weitere Symptome können eine anhaltende Taubheit im Gesicht, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Öffnen des Mundes, sowie eine Veränderung der Gesichtssymmetrie durch Schwäche in den Gesichtsmuskeln sein.

Die Diagnose von Speicheldrüsenkrebs beginnt in der Regel mit einer gründlichen klinischen Untersuchung durch einen Arzt. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT-Scans oder MRTs werden verwendet, um die Größe und Lage des Tumors zu bestimmen. Eine Feinnadelaspirationsbiopsie oder eine offene Biopsie kann notwendig sein, um eine Gewebeprobe zu entnehmen und unter dem Mikroskop zu untersuchen. Diese Analysen helfen, die genaue Art des Krebses zu identifizieren und den besten Behandlungsansatz zu planen.

Ursachen und Risikofaktoren

Obwohl die genauen Ursachen von Speicheldrüsenkrebs noch nicht vollständig verstanden werden, spielen genetische Faktoren eine bedeutende Rolle. Mutationen in bestimmten Genen können das Risiko erhöhen, diese Art von Krebs zu entwickeln. Familienanamnese von Speicheldrüsenkrebs kann ebenfalls ein Indikator für ein erhöhtes Risiko sein.

Einige Umwelt- und Lebensstilfaktoren sind ebenfalls mit einem höheren Risiko für Speicheldrüsenkrebs verbunden. Langfristige Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien, wie sie in der Gummi- und Asbestindustrie vorkommen, kann das Risiko erhöhen. Rauchen und hoher Alkoholkonsum sind ebenfalls bekannte Risikofaktoren. Darüber hinaus haben einige Studien eine Verbindung zwischen einer früheren Bestrahlung des Kopf- und Halsbereichs und einem erhöhten Risiko für Speicheldrüsenkrebs aufgezeigt.

Behandlung von Speicheldrüsenkrebs

Die primäre Behandlung von Speicheldrüsenkrebs ist in der Regel ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung des Tumors. Abhängig von der Größe und Lage des Tumors kann eine partielle oder totale Resektion der betroffenen Speicheldrüse notwendig sein. In einigen Fällen müssen auch umliegende Gewebe und Lymphknoten entfernt werden, um eine vollständige Tumorresektion zu gewährleisten.

Zusätzlich zur Chirurgie kann eine Strahlentherapie eingesetzt werden, um verbliebene Krebszellen abzutöten und das Risiko eines Rückfalls zu reduzieren. Chemotherapie wird seltener verwendet, ist jedoch eine Option, insbesondere bei fortgeschrittenen Fällen oder wenn der Krebs nicht operativ entfernt werden kann. Kombinationstherapien können ebenfalls in Betracht gezogen werden, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Betreuung und Nachsorge

Nach der Behandlung ist eine umfassende postoperative Pflege entscheidend, um die Genesung zu fördern und Komplikationen zu vermeiden. Dies umfasst regelmäßige Nachsorgetermine, um sicherzustellen, dass der Krebs nicht zurückkehrt. Physiotherapie und Rehabilitation können notwendig sein, um die Funktionalität im betroffenen Bereich wiederherzustellen, insbesondere bei größeren Operationen.

Ein gesunder Lebensstil, einschließlich einer ausgewogenen Ernährung und Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum, kann dazu beitragen, die allgemeine Gesundheit zu verbessern und das Risiko eines Rückfalls zu verringern.

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