
Sie sind nur wenige Millimeter groß, können aber einen spürbaren Einfluss auf wichtige Funktionen im Mund haben: Lippen- und Zungenbändchen steuern mit, wie beweglich Lippen und Zunge sind. Ist ein Zungenbändchen zu kurz oder ein Lippenbändchen ungünstig ausgeprägt, können daraus Beschwerden beim Saugen, Sprechen, Kauen oder Schlucken sowie Veränderungen an Zahnfleisch und Zahnstellung entstehen. Ob eine Korrektur sinnvoll ist, hängt dabei nicht allein vom Aussehen der Bändchen ab, sondern vor allem von ihrer Funktion.
Lippen- und Zungenbändchen bestehen beide aus Schleimhaut und Bindegewebe. Der Unterschied liegt in ihrer Lage.
Das Zungenbändchen, medizinisch Frenulum linguae, befindet sich an der Unterseite der Zunge und verbindet diese mit dem Mundboden. Bei normaler Ausprägung erlaubt es der Zunge einen großen Bewegungsspielraum. Ist das Zungenbändchen dagegen deutlich verkürzt oder straff, kann die Beweglichkeit der Zunge eingeschränkt sein.
Die Lippenbändchen verbinden die Innenseite der Lippen mit dem Zahnfleisch. Besonders relevant ist häufig das obere Lippenbändchen zwischen den mittleren Schneidezähnen. Setzt es sehr tief an oder übt es einen starken Zug auf das umliegende Gewebe aus, kann dies unter anderem Auswirkungen auf Zahnstellung und Zahnfleisch haben.
Lippen- und Zungenbändchen sind kleine Schleimhautfalten, die bewegliche Strukturen im Mund mit dem umliegenden Gewebe verbinden. Dabei sorgen sie für Stabilität, ohne die natürliche Beweglichkeit von Lippen und Zunge einzuschränken. Besonders das Zungenbändchen ist an verschiedenen alltäglichen Funktionen im Mundraum beteiligt.
Ist das Zungenbändchen verkürzt, kann in jeder Lebensphase Beschwerden verursachen. Art und Ausprägung der Einschränkungen unterscheiden sich individuell.
Ein kurzes Zungenbändchen erfordert nicht automatisch eine Behandlung. Entscheidend dafür sind bestehende funktionelle Einschränkungen und Beschwerden.
Verursacht ein verkürztes Zungenbändchen funktionelle Einschränkungen, kann es chirurgisch gelöst oder korrigiert werden. Ziel ist es, der Zunge mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen.
Vor dem Eingriff werden Länge und Ansatz des Zungenbändchens sowie die Beweglichkeit der Zunge genau untersucht. Auch bestehende Beschwerden und das Alter des Patienten fließen in die Behandlungsentscheidung ein.
Die Zungenbändchenkorrektur ist in der Regel ein kleiner oralchirurgischer Eingriff. Dabei wird das einschränkende Gewebe gezielt gelöst. Je nach Befund kann anschließend eine Naht erforderlich sein. Häufig ist eine örtliche Betäubung ausreichend, die geeignete Form der Betäubung wird jedoch individuell festgelegt.
Besonders bei Kindern kann eine interdisziplinäre Zusammenarbeit sinnvoll sein. Je nach Beschwerdebild können beispielsweise Kinderärzte, Zahnärzte, Kieferorthopäden oder Logopäden in die weitere Behandlung einbezogen werden.
Anders als beim Zungenbändchen stehen bei einem auffälligen Lippenbändchen häufig Zahnfleisch und Zahnstellung im Mittelpunkt. Ein tief oder ungünstig ansetzendes Lippenbändchen kann einen dauerhaften Zug auf das Zahnfleisch ausüben. Dadurch kann ein Rückgang des Zahnfleisches begünstigt werden.
Ein weiterer möglicher Befund ist eine Lücke zwischen den oberen mittleren Schneidezähnen, das sogenannte Diastema. Ein kräftig ausgeprägtes oder tief ansetzendes Lippenbändchen kann dazu beitragen, dass diese Lücke bestehen bleibt. Ob und zu welchem Zeitpunkt eine Korrektur sinnvoll ist, sollte jedoch immer unter Berücksichtigung der Zahn- und Kieferentwicklung beurteilt werden.
Auch im Zusammenhang mit kieferorthopädischen Behandlungen oder Zahnersatz kann ein störendes Lippenbändchen relevant werden. Eine operative Korrektur kommt daher vor allem dann infrage, wenn das Bändchen nachweislich funktionelle oder zahnmedizinische Probleme verursacht.
Nach der Korrektur eines Lippen- oder Zungenbändchens braucht das Gewebe etwas Zeit zur Heilung. Auch bei einem kleinen oralchirurgischen Eingriff unterstützen einige Maßnahmen in den ersten Tagen einen möglichst unkomplizierten Heilungsverlauf.
Haben Sie noch Fragen zum Thema Lippen- und Zungenbändchen korrigieren? Kontaktieren Sie uns gerne! Wir nehmen uns selbstverständlich die Zeit, um Sie individuell und fundiert zu beraten.
Die Praxis von Dr. Dr. Hendrik Fuhrmann und Kollegen bietet Ihnen professionelle und sorgfältige Behandlungen in den Bereichen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Implantologie für Patienten aus Hamm und den umliegenden Kreisen Ahlen, Beckum, Lippetal, Welver, Werl, Bönen, Unna, Kamen, Bergkamen und Werne.
Bild: Adobe Stock – LIGHTFIELD STUDIOS